Content Marketing ist ein riesiger Bereich, der Einsteiger anfangs schnell überfordert. Zu viele Informationen finden sich dazu und jeder neue Artikel sagt dir, was du alles brauchst, damit Content Marketing überhaupt funktionieren kann.

Die gute Nachricht zuerst: Du kannst auch mit Content Marketing beginnen, wenn du wenig Zeit und Ressourcen hast. Du musst auch nicht gleich alles umsetzen. Content Marketing bietet unendlich viele Möglichkeiten. Nicht alle davon sind grundsätzlich für dich sinnvoll. Aber vor allem musst du nicht gleich alles in deine Strategie packen bevor du anfangen kannst.

Diese schlanke Art des Content Marketings nennt sich auch genauso: Lean Content Marketing. Tanja Josche und Sascha Tobias von Hirschfeld, die auch das gleichnamige Buch geschrieben haben, haben in einem Artikel bei Chimpfy zusammengefasst worum es bei dem Prinzip geht:

Demnach sollte Content nicht nach der gesamten Marketingstrategie entwickelt, sondern als Möglichkeit zum Dialog mit der eigenen Zielgruppe verstanden werden. Nach dieser richtet sich dann natürlich auch dein Content. Der Inhalt muss bei der Veröffentlichung auch nicht unbedingt perfekt sein, aber er sollte deine Kunden “aktivieren”, also ihnen Mehrwert geben, zum nachdenken oder zu einer Diskussion anregen. Nach den Vorstellungen des Lean Managements sollte man Content immer weiterentwickeln, überarbeiten und recyceln.

Aber was braucht man um auch ohne großes Budget, Content-Ressourcen und mit wenig Zeit (wie es bei jedem Solopreneur der Fall ist) das eigene Content Marketing zu starten?

Contentplattform

Text, Audio oder Video? Grundsätzlich gibt es diese drei Contentformate. Wenn du mit Content Marketing starten möchtest, hast du sicherlich schon eine Idee, ob du es ein Blog, Podcast oder ein Vlog werden soll.

Egal für welches Format du dich entscheidest, brauchst du eine Plattform auf der du diese Inhalte veröffentlichen kannst.

Für jedes Format gibt es bereits “fertige” Plattformen auf denen du veröffentlichen kannst, z.B. YouTube für Videos oder Spotify für Podcasts. Wenn du dort veröffentlichen möchtest, musst du dich zunächst registrieren und dein Profil einrichten. Wie du einen Youtube-Kanal erstellst und einrichtest, erfährst du in dieser Anleitung. Eine Anleitung, wie man einen Podcast z.B. über Spotify hochlädt, hat Podcast-Gott Gordon Schönwälder.

Meiner Meinung nach ist es aber besser sich seine eigene Contentplattform zu schaffen. Ein Raum, in dem du dein eigener Herr bist und dich kreativ austoben kannst. Was sich zunächst stark nach eigentümlich-kreativem Freiheitsdrang anhört, hat ganz solide und pragmatische Gründe: Mit deiner eigenen Plattform bist du unabhängig!

Wenn Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest oder eine andere von dir genutzte Contentplattform von heute auf morgen den Dienst einstellt, ist deine Arbeit umsonst gewesen. Das ist nicht nur für uns Solopreneure ärgerlich. Die sozialen Medien eignen sich hervorragend zur Distribution, ersetzen aber nicht deinen eigenen Kanal.

Daher sollte dein erster Schritt als Solopreneur ins Content Marketing sein, dir eine eigene Plattform zu schaffen. Es spricht nichts dagegen schon mal über Social Media Kontakte zu knüpfen. Dein Ziel sollte es aber sein, deine Inhalte so fix es geht auf einen eigenen Kanal, also deine Website, zu bringen.

Dort kannst du dann, je nach deinem Contentformat einen Blog angliedern, deine Videos einbetten oder deinen Podcast zum Hören anbieten. Wie man eine Website mit Worpress aufsetzt und was du dafür brauchst, verrät dir Daniela von Miss Webdesign.

Trackingtool

Wenn dir die Abhängigkeit von Drittanbietern noch nicht genug Grund dafür war, deine eigene Website anzulegen, dann kommt hier ein weiterer: Du brauchst eine solide Analyse, was auf deiner Website passiert.

Zwar bieten YouTube und Co. auch Statistiken an, meist sind diese aber nicht so umfangreich, wie die einer eigenen Website. Denn hier hast du auf (fast) alles Einsicht: Du kannst verfolgen, wie sich Websitebesucher verhalten, kannst daraus schließen, was sie mögen und wo du nachbessern musst. All das bekommst nur bei deiner eigenen Website.

Und das sogar kostenlos. Denn Google bietet sein Statistikprogramm Google Analytics kostenfrei an. Es gibt zwar auch einige andere Programme mit denen du deine Website tracken kannst, Google Analytics ist aber absoluter Standard.

Für die Einrichtung von Google Analytics kannst du dich nach dieser umfassenden Anleitung richten. Vergiss aber auf keinen Fall, dass keine IP-Adressen getrackt werden dürfen. Wie man das einstellst, findest du hier.

Newsletteranbieter

Die Emailliste ist der Schatz eines jeden Content Marketers und vor allem für Solopreneure sinnvoll. Daher kannst du auch nicht früh genug damit beginnen, Abonnenten dafür zu gewinnen. Das funktioniert am Besten durch einen Leadmagneten. Da du aber ganz am Anfang stehst und nach dem Lean-Prinzip startest, solltest du dir darüber noch keine Gedanken machen.

Die Einbindung eines Feldes indem sich Interessenten eintragen können, erfordert aber nicht viel Arbeit. Daher empfehle ich dir, dies von Beginn an auf deiner Website oder es sogar bereits vor dem Launch deiner Website anzubieten. Dabei muss dein Feld auf nichts Spezifisches hinweisen. Es reicht, wenn du sagst, dass du Abonnenten über Neuigkeiten informiert. So werden sich bereits die ersten für deinen Newsletter eintragen, bevor du diesen überhaupt konzipiert hast.

Was du dafür brauchst, ist ein Newsletteranbieter. Für Einsteiger empfiehlt sich Mailchimp, da du bis zu 2.500 Kontakte kostenfrei verwalten kannst. Wenn du bereits so viele Kontakte mitbringst oder geplant hast, viel mit Freebies und Newslettermarketing zu arbeiten, dann ist Active Campaign einen Blick wert.

Social Media

Wer Content produziert, der braucht auch die Möglichkeit diese zu zeigen. Das geht heutzutage ganz einfach über Social Media.

Daher solltest du dir ein (!) soziales Netzwerk aussuchen über das du deine Inhalte distribuieren kannst. Social Media ist nicht dazu da, einfach deine Inhalte zu bewerben, sondern um sich auszutauschen (deshalb auch SOCIAL Media ;)) und eine Community aufzubauen. Daher funktioniert stumpfes Posten deiner Inhalte auch nicht.

Social Media beansprucht – ganz besonders am Anfang – eine Menge Zeit und da wir hier von lean, also von einem schlanken und einfachen Konstrukt sprechen, solltest du dich hier nicht zu breit aufstellen. Ein soziales Netzwerk reicht erstmal. Allerdings sollte es das Richtige sein.

Redaktionsplan und Planungstools

Nachdem die technische Grundlage für den Start ins Content Marketing geschaffen wurde, kann es dann auch an die eigentliche Sache gehen: deine Inhalte!

Als Solopreneur kenne ich es selbst, man hat wenig Zeit und auch nicht das Budget die Erstellung von Content auszulagern (oder möchte das auch gar nicht). Daher ist es essentiell, dass du deine Inhalte gut planst, damit du nicht direkt am Anfang in Stress verfällst und das Content Marketing gleich wieder an den Nagel hängst.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, keine Termine zu vergessen und deine Inhalte organisiert und sinnvoll zu erstellen, lohnt es sich einen Redaktionsplan anzulegen.

Je nachdem welches soziale Netzwerk du dir für den Anfang ausgesucht hast, kannst du dir hier die Arbeit auch ein wenig vereinfachen indem du zu Planungstools greifst. Zwar kannst du hier einstellen, welche Beiträge wann und wo veröffentlicht werden sollen, aber die eigentliche Arbeit – nämlich die Interaktion mit anderen – nimmt dir das Tool (zum Glück) nicht ab.

Zusammenfassung

Content Management ist komplex, aber du kannst auch ganz easy starten. Was du dafür brauchst sind fünf einfach Schritte:

  1. Eine eigene Plattform über die du deine Inhalte veröffentlichst. Du bleibst autark, egal was Facebook & Co. gerade so machen. Deine eigene Seite ist und wird mit der Zeit immer Zeit immer stärker das Herzstück deines Online-Business.
  2. Wie deine Inhalte ankommen und was auf deiner Seite passiert, solltest du genaustens auswerten können. Daher solltest du deine Website mit einem Trackingtool analysieren.
  3. Mit einem Newslettertool kannst du bereits vor dem Launch deiner Website damit starten, Abonnenten zu sammeln. Auch auf deiner Website solltest du damit so fix es geht starten. Dafür brauchst du (noch) kein Freebie oder Leadmagneten.
  4. Such dir einen Social-Media-Kanal aus über den du deine Community aufbaust und auch deinen Content teilen kannst.
  5. Damit die Arbeit des Content Marketings nicht gleich zu Beginn in Stress ausartet, erstell einen Redaktionsplan und spare Zeit indem du Planungstools nutzt.

Du hast jetzt total Lust mit Content Marketing zu starten, aber hast noch keine konkreten Ideen, was du überhaupt zu Inhalte erstellen könntest?  Dann hol dir meine “100 Contentideen für dein Business” als kostenlosen Download.

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