Wer online präsent sein möchte, der kommt an Content Marketing nicht vorbei. Und jeder der damit beginnen möchte, kommt früher oder später an den Punkt, welches Content Medium er eigentlich bedienen möchte. Neben dem klassischen Blog, der in Textform daherkommt, sind nämlich auch das Audioformat, in Form eines Podcasts oder das Videoformat möglich. Wie kannst du aber nun entscheiden, welches dieser Content Medien für dich das richtige ist?

Beginne mit Fokus

Wer gerade erst mit Content Marketing startet, dem kann ich nur raten sich zunächst zu fokussieren. Viele der “großen” Business-Blogger nutzen mehr als ein Medium. Neben dem Blog gibt es auch einen Podcast und / oder sogar einen YouTube-Kanal. Natürlich ist es möglich auch alle drei Medienformate miteinander zu kombinieren oder parallel zu betreiben. Aber das ist auch ganz schön viel Arbeit.

Und auch diese “Blogger” haben mal klein angefangen. Meist mit nur einem Medium. Mit der Zeit beherrscht man dieses auch im Schlaf, hat eine Menge Content produziert und kann sich auch an den nächsten Schritt wagen. So hat es beispielsweise auch Vladislav von Chimpify gemacht, wie er in seinem Podcast verrät.

Damit Inhalte funktionieren, müssen sie einmalig sein. Es gilt also einem hohen Qualitätsanspruch zu genügen. Und dafür braucht man Zeit. Zeit zum Recherchieren, Zeit für die Planung, Zeit für die eigentliche Produktion und die Nachbearbeitung.

Daher mein Appell an dich: Such dir ein Medium aus und starte damit. Das ist mehr als genug, wenn du bislang noch keine oder wenige Inhalte erstellt hast. Mit der Zeit kannst du dann auf ein Sammelsurium an Content zurückgreifen und diesen – auch in einem anderen Medium – recyceln.

Da du nun weißt, dass du dich auf ein Content Medium fokussieren solltest, stellt sich vielleicht für dich die Frage, welches es denn nun sein soll. Hier gibt es verschiedene Faktoren, die du bei deiner Wahl beachten solltest und die ich im folgenden erläutere.

Passt der Inhalt zum Medium?

Vielleicht hast du schon eine grobe Vorstellung davon, was du deiner Audience vermitteln möchtest. Wenn nicht ist das an dieser Stelle auch nicht schlimm. Wichtig ist aber, sich darüber Gedanken zu machen, ob das Medium zu den Inhalten, die du erstellen möchtest, passt.

Denn hier gibt es Unterschiede: Eine Anleitung ist beispielsweise wesentlich besser für einen Blogartikel geeignet, als für eine Podcast Folge. Der Leser kann sich die Anleitung ausdrucken, findet schnell die einzelnen Schritte und kann so viel leichter deiner Anleitung folgen. Das ist zum Beispiel auch bei Rezepten der Fall: Zwar sieht es in Videos immer schön aus, ein Rezpt in Textform sollte aber dennoch nicht fehlen damit man die jeweiligen Schritte besser nachverfolgen kann, alle Informationen zusammen (z.B. Temperaturangaben, etc.) und auch weiß, was alles für das Rezept benötigt wird (ist dir das auch schonmal passiert, dass du gar nicht erkennen konntest, was der Koch gerade verwendet hat?).

Anhand der Beispiele siehst du, dass auch der Inhalt darüber bestimmt, welches Medium sich eignet. Allerdings kann der Inhalt natürlich immer wieder anders aufgegriffen werden und so dem Medium angepasst werden. Wenn du allerdings von vornherein weißt, dass sich deine Inhalte aufgrund ihrer Komplexität nur als Text eignen, solltest du kein Vlog anlegen.

Der Faktor Zeit

Jeder von uns hat ein begrenztes Zeitbudget – nämlich 24 Stunden pro Tag. Einige Stunden davon wirst du mit deiner Arbeit verbringen und nun musst du entscheiden, wie viel Zeit du für dein Content Marketing investieren kannst und willst.

Jedes Medium beansprucht deine Zeit in anderer Art und Weise. Die Vor- und Nachbereitung für ein Video sind deutlich anspruchsvoller als bei einem Text (die Ausnahme bestätigt die Regel.

In der Regel ist ein Artikel am schnellsten erstellt. Podcasts liegen in der Mitte und Videos sind sehr zeitaufwendig.

Wie viel Zeit du aber wirklich benötigst, hängt auch maßgeblich von deinem Können ab.

Der Faktor “Können”

Welches Medium du wählen solltest, hängt auch von dir ab. Kannst du Schreiben und hast du Spaß daran. Besonders Letzteres solltest du mitbringen, denn ohne wirst du nicht kontinuierlich neue Inhalte erstellen. Oder bist du eher der Typ, der gerne vor der Kamera steht und dort nicht nur sympathisch rüberkommt, sondern auch gut reden kann? Dann wirst du bei der Videoproduktion keine Probleme bekommen. Wenn dir die Kamera zu viel ist, du aber gut und strukturiert sprechen kannst, dann ist wohl der Podcast dein Favorit.

Natürlich kannst du einiges lernen und von Zeit zu Zeit wirst du – egal welches Medium du wählst – besser. Du wächst mit deinen Inhalten. Aber es ist natürlich nicht schlecht, wenn du bei einem der Medien bereits Erfahrungen hast. Falls das nicht der Fall sein sollte, probier dich aus und schau, was dir Spaß macht. Denn ohne den, hält man keine Content-Strategie lange durch.

Der Faktor Zielgruppe

Es zählt nicht nur, was du willst, sondern vor allem was deine Zielgruppe möchte. Denn du kannst dir noch so viel Mühe geben, wenn dein Medium nicht zum Medienkonsum deiner Zielgruppe passt, dann schreibst, redest oder drehst du nur für dich alleine.

Die gesamte Mediennutzung steigt von Jahr zu Jahr an, damit sinkt aber gleichzeitig auch die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer. Um zu deiner Zielgruppe durch zu dringen brauchst du gute Inhalte auf den richtigen Medien.

Gerade für die jungen Nutzer wird Video immer wichtiger. Visualität spielt zur schnellen Aufnahme von Inhalten grundsätzlich eine große Rolle. Videos sind aber nicht nur auf den Vormarsch, sondern haben auch die intensivste Interaktions und die längste Nutzungsdauer. Rund 32 Minuten pro Tag konsumiert der Durschnitt in Deutschland Laut ARD/ZDF Studie 2018 konsumiert der durchschnittliche Deutsche pro Tag rund 32 Minuten Videos, 30 Minuten Texte und nur 25 Minuten Podcast, bzw. Radio. Jedoch geben diese Werte nur einen groben Überblick über den allgemeinen Trend hin zum Video.

In den einzelnen Altersklassen und Interessengruppen kann es gleich ganz anders aussehen. Überleg dir also anhand des Konsumverhaltens deiner Zielgruppe, ob diese eher deinen Blog lesen, deinen Podcast hören oder deine Videos anschauen würden.

Vor- und Nachteile der einzelnen Medien

Neben den Überlegungen, auf welches Medium du Lust und Zeit hast und was deine Zielgruppe gerne konsumiert, solltest du auch die einzelnen Vor- und Nachteile der Medien kennen, bevor du dich für eins entscheidest.

Vor- und Nachteile des Bloggings

Lass uns mit dem Klassiker starten: dem Blogging. Blogs gibt es schon seit Jahrzehnten und trotzdem werden zig Neue pro Tag angelegt. Das ist klar, denn ein Blog hat einige Vorteile:

  • Blog Aufsetzen ist einfach und geht schnell

Da es Blogs schon seit langem gibt, sind die Einstiegsschwellen immer weiter gesunken. Heute kann jeder einen Blog einrichten. Und nicht umsonst wirbt WordPress seit Jahren mit seiner 5-Minuten Installation.

  • Blogs sind gut für SEO

Suchmaschinenoptimierung ist ein wichtiger Faktor, da die meisten Menschen nach Lösungen im Netz suchen. Texte lassen sich recht leicht optimieren und sind per Definition die Grundlage für die Suchmaschinenoptimierung. Die Suchmaschine kann nämlich nur Texte auswerten. Bilder müssen über Schlagworte und den Alt-Text definiert werden. Auch Videos kann Google noch nicht ansehen.

  • Brand Authority und Expertise

Nichts lässt die eigene Brand Authority besser gedeihen als gute Texte. Ḿit (Fach-)Artikeln erobert man den Expertenstatus in seiner Branche. Besonders Texte von Dritten (z.B.) Journalisten sind hier sehr beliebt. Die eigene Expertise lässt sich aber zunächst vor allem am eigenen Blog festhalten.

  • Readers Experience – der Leser kann selbstständig konsumieren

Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt. Und die Nutzer suchen nach Wegen mehr Inhalte in kurzer Zeit zu konsumieren. Ist ein Text gut strukturiert, kann ein Leser in scannen und somit wesentlich schneller erfassen als Audio- oder Videoformate.

Aber natürlich bringt auch ein Blog ein paar Nachteile mit sich:

  • Schreiben ist nicht so einfach

Zwar halten es viele Menschen für einfach – ist es aber nicht. Schreiben muss man lernen. Das geht im Besten indem man es macht und Spaß daran hat, sich in diesem Bereich stetig weiterzuentwickeln.

  • Ein Blog braucht Zeit

Content Marketing an sich ist eine langfristige Form des Marketings, die mit der Zeit immer mehr Fahrt aufnimmt. Kontinuität ist hier das Zauberwort. Aber bis ein Blog erstmal richtig läuft, kann schon zeit vergehen. Das ein Text viral geht, ist relativ selten und daher braucht es auch einiges mehr an Durchhaltevermögen, bis hier große Ergebnisse sichtbar werden.

Vor- und Nachteile des Podcastings

Ebenso wie der Blog bietet der Podcast ganz eigene Vor- und Nachteile. Lass uns auch hier mit den ihm eigenen Vorteilen beginnen:

  • Podcasten ist relativ einfach und kann auch in kurzer Zeit gemacht werden

Podcasten ist oberflächlich betrachtet erstmal nicht so schwer. Du hast ein Thema und sprichst darüber. Fertig. Und auch zeitlich kann (muss aber nicht) ein Podcast in kurzer Zeit erstellt werden.

  • Zielgruppe muss nicht am Bildschirm sein

Der riiiiiieeeesen Vorteil eines Podcasts: Der Nutzer muss nicht vor einem Bildschirm sitzen. Podcasts lassen sich easy unterwegs anhören und sind als audioformat screen-unabhängig. Dadurch werden Podcasts in ganz anderen Situationen konsumiert, als es bei Texten oder Videos der Fall ist.

  • Keine ablenkende Werbung – ungeteilte Aufmerksamkeit des Hörers

Durch den “fehlenden” Bildschirm erhältst du auch die ungeteilte Aufmerksamkeit des Nutzers. Keine Werbebanner der Konkurrenz die zwischendurch aufpoppen, keine sonstige Ablenkung. Du hast die volle Konzentration des Hörers.

  • Die Erfolgsmessung ist einfach

Google Analytics bietet eine genaue Auswertung von Websites an und dadurch kann man den Erfolg seines Blogs natürlich auch sehr gut messen. Allerdings ist das nicht immer so einfach. Bei Podcasts sieht das anders aus. Hier gibt es nicht so viele Kennzahlen, die herangezogenen werden müssen um über den Erfolg zu entscheiden, sondern es geht ausschließlich darum, wie viele Menschen sich deinen Podcast angehört haben und wie lange sie ihn gehört haben.  

Podcast bringen, wie jedes Medium, aber auch ein paar Nachteile mit sich:

  • Du brauchst eine Grundausstattung

Bevor du so richtig loslegen kannst, brauchst du erstmal ein wenig Equipment. Hier gibt es sicherlich für jeden Geldbeutel etwas, aber trotzdem musst du alles erst einmal anschaffen, dich vorab informieren und lernen damit umzugehen.

  • Vor- und Nachbereitung ist aufwendiger als beim Bloggen

Kaum einer kann einen guten Podcast erstellen ohne sich vorher Gedanken dazu zu machen, was er eigentlich sagen möchte. Podcast-Experte Gordon Schönwälder verrät sogar immer wieder, dass er seine Gedanken für eine Podcast Folge in einer Mind-Map festhält. Manche Podcaster mögen die “ungeschliffene” Version ihres Podcasts, so dass sie diesen nicht mehr schneiden, Musik unterlegen usw. Aber das geht natürlich nicht bei allen Podcasts. Daher kommt bei den meisten auch noch ein gutes Stück Nachbearbeitung hinzu. Zudem ist das Transkript nicht zu vergessen, denn Google hat leider noch keine Ohren.

Vor- und Nachteile Vlogging

Vlogging, also die Vermittlung von Inhalten via Video ist recht aufwendig, aber in vielen Nischen noch recht unbekannt. Hier die Vorteile:

  • Vlogging for Business hat noch viel Potenzial

Videos werden immer beliebter. Aber für viele Branchen ist Vlogging noch absolut unbekannt. Das kann deine Chance sein. Auf dem Blog- und Podcast Markt hast du kaum noch eine Chance dich mit einmaliger Ausrichtung zu positionieren. Im Bereich Video (bis auf ein paar Ausnahmen: z.B. im Bereich Technik) gibt es noch recht wenige Business Vlogger.

  • Hohes Potenzial Reichweite zu gewinnen

Videos können schnell Reichweite generieren. Und dazu reicht im grunde eine Video das viral geht, also unheimlich oft geteilt wird. Wie oft dein Video letztendlich geteilt wird, kann man zwar nicht planen, aber die Chancen das deiin Ihalt geteil wird, sind wesentlich höher als bei einem Blogartikel oder einer Podcast Folge. Ganze 76% aller weltweit geteilten Inhalte sind nämlich Videos.

  • Videos bauen schnell Vertrauen auf

Deine Zielgruppe muss dir Vertrauen, um bei dir zu kaufen. Und ganz besonders Videos helfen dir dabei, denn Videos zeigen deine Gestik, deine Mimik, deine Art. Menschen können anhand dieser Videos bereits entscheiden, ob sie dich sympathisch finden oder nicht. In dem Moment wo sie dich mögen, beginnt auch der Vertrauensaufbau.

Aber auch Vlogging hat ein paar Nachteile:

  • Vlogging passt nicht zu jedem Unternehmen

Dabei geht vorrangig nicht um die Branche. Denn dabei sind erstmal keine Grenzen gesetzt. Alles lässt sich verfilmen und erzählen. Aber Videos eignen sich nicht für Unternehmen, deren Zielgruppe älter ist. Diese schauen nämlich einfach keine Videos und haben im schlimmsten Fall noch nie etwas von YouTube gehört. Auch hier ist also wieder darauf zu achten, dass auch die Zielgruppe über das Content-Medium mit entscheidet.

  • Google kann Videos nicht auswerten

Neben fehlenden Ohren, fehlen Google auch die Augen. Wer also mit seinen Videos gefunden werden möchte, der sollte ein Transkript erstellen.

  • Vor- und Nachbereitung ist aufwendig

Die Planung, Produktion und Nachbearbeitung von Videos ist zeitaufwendig und man sollte sich mit der Technik auskennen. Mal eben… gibts hier nicht. Auch der Aufwand um kleine Content-Häppchen zu erstellen, die man für die Social Media Distribution nutzen kann, ist höher.

  • Equipment wird benötigt

Wer gute Videos machen möchte, braucht entsprechendes Equipment und das ist meistens recht teuer. Zwar findet man wohl für jeden etwas, aber ähnlich wie ein Bildern, sollte die Qualität am Ende stimmen.

Das perfekte Content Medium: gibt es nicht

Es gibt nicht ein Medium, dass alle anderen schlägt. Es geht darum, welche Präferenz du und deine Zielgruppe hat und was dein Zeit- und Geldbudget erlaubt. Hier solltest du einen Mittelweg finden und dich (zunächst) auf ein Medium fokussieren.

Welches Content Format ist dein Favorit? Nutzt du bereits eines oder mehrerer? Und wenn ja, dann teile doch gerne deine Erfahrungen hierzu mit den anderen Lesern und mir indem du einen Kommentar hinterlässt.

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