In den letzten Jahren sind Influencer, also Personen, die auf Social-Media-Kanälen eine große Anzahl an Followern haben, zu den Meinungsführern des Marktes geworden.
Das man über Social-Media-Persönlichkeiten werben kann, hat der Markt in gänze erst relativ spät verstanden. Das ist an sich sehr überraschend. Denn das Personen, die eine hohe Anzahl von Followern haben, sich perfekt als eine Art Testimonials eignen, liegt auf der Hand.

Beauty und Fashion als Vorreiter

Gerade in den Bereichen Mode, Lifestyle und Beauty haben es einige, meist weibliche Influencer geschafft, so wichtig und marktbestimmend zu werden, dass sie die eigentlichen Meinungsführer, wie Models abgelöst haben.

Ein herausragendes Beispiel dafür ist die deutsche Influencerin Caro Daur, die seit neustem sogar Kampagnengesicht von Kosmetikhersteller MAC ist und bereits unzählige Kooperationen mit namenhaften, internationalen Marken eingehen konnte.

Auch auf dem Laufsteg war Daur schon mehrfach unterwegs, beispielsweise für Dolce&Gabbana. Mit ihren 1,5 Millionen Followern auf Instagram, kann sie durchaus behaupten mehr Unternehmerin als Influencern zu sein.

Ein noch krasseres Beispiel für die Relevanz von Influencern ist für mich die Niederländerin Nikkie, die mit ihrem Beautykanal NikkieTutorials auf YouTube eine unglaubliche Zahl von Personen erreicht. Mit ihrem Können, Kreativität, Witz und unglaublichen Charm hat es Nikkie auf unglaubliche 10 Millionen Follower alleine auf Instagram geschafft.

Influencer-Marketing wirkt

Produkte, die diese beiden Influencer bewerben oder in ihren Beiträgen zeigen, werden millionenfach gesehen – und verkauft.

Denn Werbung über Influencer bietet nicht nur eine hohe Reichweite, sondern auch geringe Streuverluste. Die Follower der Influencer interessieren sich für deren Kernthemen, egal ob Mode (Caro Daur) oder Beauty (NikkieTutorials). Das was ihre zu Vorbildern gewordenen Influencer tragen, wird nachgekauft.

Influencer haben damit einen Status erreicht, der teilweise an Popstars erinnert.

Es gibt Influencer für jeden Bereich

Neben den drei bereits genannten Bereichen Mode, Lifestyle und Beauty werden Produkte aus vielen weiteren Bereichen durch Influencer vermarktet. Dabei sind so gut wie keine Grenzen gesetzt.

Egal ob Tee, Vitamine für Haarwuchs in Bärenform oder sogar Werbung zu Fonds gibt es wirklich alles, was über Influencer beworben werden kann.

Influencer-Marketing auch für Solopreneure möglich

Du möchtest das auch? Denkst aber, dass Influencer Marketing nur mit einem großen Budget möglich ist? Natürlich sind Kooperationen mit bekannten Influencern kostspielig. Aber wie bereits vorher angedeutet, bietet das Influencer-Marketing einen weiteren entscheidenden Vorteil neben der Reichweite: geringe Streuverluste! Und es gibt für jeden Bereich und für jedes Budget die richtige Kooperation.

Denn oftmals besetzen kleinere Influencer (weniger als 10.000 Follower), sogenannte Mikroinfluencer, genau die Nische, die du für dein Produkt suchst. Da die Reichweite der Mikroinfluencer (noch) nicht so groß ist, befinden wir uns in einer ganz anderen Preiskategorie.

 

Wie starte ich Kooperationen mit Influencern?

Wenn du nur ein kleines Budget zur Verfügung hast, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Zielgruppe definieren

Zunächst solltest du, falls bisher noch nicht geschehen, deine Zielgruppe festlegen. Selbst wenn du bereits eine Zielgruppenanalyse gemacht hast, solltest du nochmals sorgfältig schauen, ob du die Zielgruppe für die geplante Influencer-Kampagne nicht noch ein wenig spitzer und detaillierter herausarbeiten kannst.

Denn um so besser das gezeichnete Bild deiner Zielgruppe ist, umso besser kann man später die Influencer aussuchen, die für dich werben sollen. Du solltest dir daher vorab auch einige Eckdaten notiere, die die Influencer erfüllen sollten. Solche Eckdaten können beispielsweise die Followeranzahl, die Engagementrate, das Alter, das Geschlecht oder auch die Sprache sein.

Social-Media-Kanäle festlegen

Im nächsten Schritt geht es aber zunächst daran, die Social-Media-Kanäle festzulegen, über die du werben möchtest. Die Auswahl muss sich nach der Zielgruppe richten. Dabei ist ein erster Indikator sicherlich das Alter deiner Zielgruppe. Aber auch soziale Faktoren, wie Interessen solltest du bei der Auswahl nicht vergessen.

Bei diesem Schritt geht es nämlich weniger um harte Faktoren, sondern viel mehr darum ein Gefühl für das Nutzerverhalten der Zielgruppe zu entwickeln. Nutzen sie lieber Instagram oder Facebook? Was gefällt ihnen jeweils? Was liken sie? Du musst dich nicht auf eine Social-Media-Plattform beschränken. Bei einem sehr kleinen Budget ist es jedoch zu empfehlen. Da die Auswirkungen bei einer Aufsplittung zu gering sein könnten um sie im Nachhinein noch zu messen.

Geeignete Kooperationspartner recherchieren

Als nächstes geht es auch schon an die Recherche nach geeigneten Influencern. Da bei den meisten Plattformen lediglich die Suche nach Hashtags / Keywords zu Verfügung steht, solltest du dir vorab eine Liste mit Wörtern machen, die du unter Beiträgen mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung angeben würdest.

Darüber hinaus solltest du nach Begriffe suchen, die deine Branche beschreiben oder das Umfeld des Produkts. Eine vorab gemachte Liste ist sinnvoll, da man bei der Recherche schnell den Fokus verliert oder nicht mehr weiß wonach man bereits gesucht hat. Wenn dir während der Suche Hashtags begegnen, die gut zu deinem Produkt passen, notier diese auf deiner Liste und klicke nicht einfach wild von einem Hashtag zum anderen.

Sobald du einen Account gefunden hast, der deine vorab festgelegten Parameter erfüllt, notiere dir den Accountnamen, sowie alle anderen Eckdaten. Idealerweise kopierst du einfach den Link zum Profil und trägst ihn in deine Liste ein.

So kannst du den Account mit nur einem Klick wiederfinden und ersparst dir zeitaufwendiges Suchen. Handelt es sich um einen Influencer, der einen Blog betreibt, kannst du auf dem Blog eine Emailadresse für Kooperationsanfragen finden.

Kooperationspartner festlegen

Bist du einmal mit deiner Recherche durch, sieh dir die Liste der möglichen Kooperationspartner genauer an. Welche erfüllen – mit Abstand gesehen – wirklich die erforderlichen Parameter, bzw. passen zu deinem (angestrebten) Unternehmensimage? Streiche die Personen, bei denen du dich nicht sicher fühlst. Sie sind nicht die richtigen für dein Vorhaben.

Bei den verbleibenden solltest du nun eine Reihenfolge erstellen. Ordne die Influencer danach, wie gerne du eine Kooperation mit ihnen eingehen würdest. Dieser Schritt ist gerade bei einem geringen Budget sinnvoll.

Denn wenn du allen eine Kooperation anbietest und dann später absagen, schließen Sie meist auch die Tür für spätere Kooperationen. Deshalb solltest du erstmal nur denjenigen eine Kooperation anbieten, die du auf jeden Fall auch eingehen möchtest.

Der Preis für eine Kooperation ist eine Variable, die du meist auf Anfrage von den Influencern mitgeteilt bekommst. Falls der Influencer einen Blog betreibt, sind dort auch öfters die Mediadaten bereitgestellt. Anhand der Daten kannst du dir ein erstes Bild von den Preisen machen.

Klares Format und Kampagnenziele

Bevor du nun eine Anfrage an den Influencer stellst, solltest du dir überlegen, was für ein Format du dir für die Werbung wünschst. Möchtest du ein Bild auf Instagram, oder eine Nennung in einer InstaStory? Soll es ein Blogtext sein? Wenn du eine feste Vorstellung hast, kannst du das dem Influencer ruhig mitteilen.

Ansonsten ist man meist gut damit aufgehoben, wenn man keine zu strikten Vorgaben gibt. Die Influencer sind recht kreativ und binden die Produkte sehr gekonnt ein. Das wirkt dann auch meist auch authentischer, als wenn sie nach deinen Vorgabe arbeiten müssen. Denn der Influencer weiß selber am besten, was seine Follower mögen und wie er es in Szene setzt.

Wenn du ganz am Anfang stehst, kann es vorkommen, dass du so gut wie kein Budget für Influencer-Marketing haben. Wenn du aber ein Produkt hast, dass perfekt zu einem Influencer passen würde, lohnt sich auch schonmal eine Anfrage.

Manche lassen sich auf einem Bartergeschäft ein oder probieren deine Produkte auch so. Hier gilt jedoch folgendes: Respektiere auch eine Absage. Viele Influencer verdienen ihr Geld mit der jeweiligen Plattform. Da ist es nur verständlich, wenn sich nicht umsonst arbeiten möchten.

Solltest du dennoch einen Interessenten finden, fertige eine Liste an mit den jeweiligen Influencern an. Diese Personen sollten bei der nächsten Kooperation wieder ganz vorne mit dabei sein – natürlich gegen eine angemessene Bezahlung. Es spricht auch nichts dagegen, diesen Personen hin und wieder eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen oder ihnen Produkte zum exklusiven Test oder ähnlichen zu senden.

Man muss nicht unbedingt riesige Summen in Influencer-Marketing pumpen. Auch mit einem kleineren Budget kann man auf den Social-Media-Plattformen werben. Natürlich muss man hier Abstrich in der Reichweite machen. Aber dafür kannst du mit Influencern kooperieren, die Follower aus einem bestimmten Bereich haben. Überschneidet sich der Bereich mit ihrer Zielgruppe, haben Sie sehr geringe Streuverluste.

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