Imageaufbau hilft Unternehmen zu mehr Sichtbarkeit, Reichweite und sorgt dafür Kunden (fast schon) magnetisch anzuziehen. Imageaufbau muss aber nicht zwangsläufig auf Unternehmensmarken oder Produktmarken bezogen sein, sondern kann auch von Personen genutzt werden. Ist davon die Rede, spricht man von Personal Branding.

Anders als bei Produkt- oder Unternehmensmarken steht hier der Mensch mit seiner Persönlichkeit, Expertise, Werten und individuellen Anliegen im Vordergrund. Daher unterscheidet sich auch die Zielsetzung. Denn Personal Branding hat den Aufbau des Expertenstatus zum Ziel.

Für wen lohnt sich Personal Branding?

Wer nun egomanische Selbstdarsteller im Sinn hat, der irrt. Denn Personal Branding hat nichts mit Egozentrik zu tun, sondern ist für eine ganze Reihe von Personen sinnvoll und interessant:

  • An erster Stelle des Personenkreises, für die Personal Branding wichtig ist, stehen Solopreneure. Einzelunternehmer sind klar als Gesicht ihres Unternehmens zu erkennen. Häufig sind sie das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. Neben dem Aufbau der Unternehmensmarke an sich, ist es daher wichtig auch am Personal Branding zu arbeiten. Durch die involvierte, persönliche Nähe werden stärkere Bindungen zu potenziellen Kunden hergestellt. Zudem bietet die Darstellung der eigenen Werte Einblicke in das Arbeitsverhalten, den Anspruch und die Herangehensweise des Unternehmers. All das kann Kunden anziehen oder auch abstoßen, wenn sie beispielsweise merken, dass man mit der Art des Unternehmers nicht kann. Das ist jedoch als Vorteil zu werten, denn Kunden mit denen man auf einer Wellenlänge liegt, sind viel bessere als Kunden, die man einfach nicht riechen kann.
  • Nicht nur für Soloselbstständige spielt Personal Branding eine große Rolle. Auch für Unternehmen ist der Aufbau einer (oder mehrerer) Personenmarken wichtig. Oft entwickeln sich einzelne Mitarbeiter (meist aus der Führungsriege) zum Gesicht des Unternehmens. Ein gutes Beispiel hierfür bietet Steve Jobs. Sein Name ist mit dem Unternehmen Apple stark verworren. Man könnte auch sagen: Steve Jobs war Apple. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass Jobs Mitbegründer war, sondern dass seine Attitude, sein Stil und seine Werte denen des Unternehmens entsprachen. Eine Personal Brand verstärkt die Außenwirkung des Unternehmens. Natürlich tut das der klassische Markenaufbau auch. Aber Personal Branding ist für Unternehmen deshalb so wertvoll, weil der Mensch einem anderen Menschen viel nahbarer ist, als es ein Unternehmen je sein kann.
  • Ein weiterer Personenkreis für den sich Personal Branding anbietet, sind Personen, die Personal Branding als Karriereleiter nutzen. Wie eingangs beschrieben, hat Personal Branding das Ziel einen Expertenstatus aufzubauen. Wenn man sich das vor Augen führt, ist der Schritt Personalmarketing für die eigene Karriere zu nutzen nur verständlich. Wer als Experte auf seinem Fachgebiet gilt, der braucht sich um Jobangebote keine Sorgen machen. Denn welches Unternehmen will nicht DEN Experten als Mitarbeiter haben?

Welche Schritte sind notwendig um eine Personal Brand zu werden?

Im Ansatz unterscheidet sich der klassische Markenaufbau von Personal Branding nicht. Bei beidem braucht man eine Strategie, Maßnahmen und ein gut formuliertes Ziel. Auch die Messbarkeit anhand von drei Aspekten lässt sich auf Personal Branding übertragen:

  • Awareness (Bekanntheit / Bewusstsein): Wie viele Menschen kennen die Marke (Personal Brand) und können beschreiben, was du anbietest?
  • Associations (Assoziationen / Überzeugungen): Was glauben diese Personen über dich als Marke zu wissen?
  • Attributes (Attribute / Einstellung): Wie ist die emotionale Beziehung dieser Personen zu deiner Personal Brand? Mögen oder lieben sie dich? Finden sie dich blöd oder begegnen sie deiner Personenmarke mit Gleichgültigkeit?

Wer eine Personenmarke aufbauen möchte, der muss mit seinen Maßnahmen immer auf den drei vorgestellten Ebenen agieren. Im Fall von Awareness bedeutet es sichtbar zu werden und Reichweite zu generieren. Associations lassen sich durch strategisches Content-Management, Marketing und PR-Arbeit (zum Teil) steuern. Die emotionalen Tendenzen sind Reaktionen und sind nur schwer bestimmen. Hier kommt es ganz darauf an, wie die Zielgruppe die Persönlichkeitsmerkmale der Personal Brand aufnimmt.

Neben einem SMART-formulierten Ziel sollte man außerdem wissen, wo man mit dem Markenaufbau steht, um die durchgeführten Maßnahmen bewerten zu können. Interessant ist hier das Lovemarks-Modell von Kevin Roberts.

Roberts geht darin einen Schritt weiter als die klassische Markentheorie. Hier wäre das oberste Ziel eine Marke aufzubauen, die bekannt ist und bei der Menschen wissen, wofür sie stehen. Robert definiert diesen Zustand als eine Marke mit viel Respekt. Was an dieser Stelle noch fehlt, ist die Liebe. Also die emotionale Bindung und das Verlangen nach einer Marke. Dieses Phänomen kennen wir von Apple. Menschen kaufen Produkte dieser Marke, obwohl sie technisch gleichwertig mit anderen und vollkommen überteuert sind. Roberts spricht bei diesem Verhalten von Lovemarks, also Unternehmen mit hohem Respekt und Liebe. Sie stehen noch über der klassischen Brand.

Woran sollte man arbeiten?

Der Aufbau einer Personal Brand erfordert eine gute Strategie mit funktionierenden Maßnahmen und vor allem Kontinuität. Wer nun Lust bekommen hat, das eigene Image aktiv durch Personal Branding zu gestalten und zum Experten in der eigenen Branche zu werden, für den habe ich zwölf Tipps, wie das gelingt:

1. Klare Botschaft – Klare Werte

Wer als Personenmarke auftreten will, der braucht ein glasklares Profil. Neben dem fachlichen Thema, sollten auch die eigene Werte und eine Botschaft formuliert werden.

2. Eigener Kommunikationskanal

Wer als Experte wahrgenommen werden möchte, der muss eigene Inhalte erstellen. Damit man hier nicht auf Dritte (z.B. Fachmagazine) angewiesen ist und regelmäßig neue Inhalte liefern kann, sollte man sich seinen eigenen Kommunikationskanal aufbauen. Klassischerweise ist es ein Blog (komplett autark), Podcast- oder Videoformat (zum Teil autark)

3. Qualitative Inhalte:

Ausschließlich kontinuierlich etwas zu veröffentlichen, bringt nichts. In Zeiten des Überflusses kann man nur mit absolut hochwertigem Content hervorstechen und durchsetzen.

4. Kontinuität und Qualität

Das Zusammenspiel aus Qualität und Kontinuität macht es. Dabei geht jedoch nicht nur um den eigenen Content, sondern gilt grundsätzlich – für Arbeitsergebnisse, Fremd-Publikationen, Vorträge, Präsentationen, usw.

5. Einzigartige Positionierung und individueller Stil

Du bist dein größtes Alleinstellungsmerkmal! Alles andere kann (rechtliche Aspekte außen vor gelassen) kopiert oder adaptiert werden. Aber nicht du! Mit deiner einzigartigen Persönlichkeit hilfst du deinem Unternehmen dabei sich von der Konkurrenz abzugrenzen.

6. Verbindlichkeit – online und in der Gesellschaft

Deine Werte und Haltung solltest du zeigen. Und das nicht nur in Social Media, sondern auch in “real life”, denn es geht um deine Glaubwürdigkeit als Person.

7. Reichweite und Communityaufbau 

Social Media bietet einmalige Gelegenheiten um Reichweite zu generieren. Denn wenn dich niemand wahrnimmt, ist es trotz guten Inhalten schwer, sich durchzusetzen. Reichweite alleine genug jedoch auch nicht. Daher solltest du auf aktiven Communityaufbau setzen.

8. Gute Pressekontakte

Neben deiner Social-Media-Community solltest du zudem auch in gute Pressekontakte investieren. Denn neben den von dir veröffentlichten Inhalten, sind vor allem Publikationen in der Presse für die Glaubwürdigkeit deiner Expertise besonders wichtig.

9. Sicheres Auftreten

Als Experte bist du dir deiner Sache sicher und deines Fachwissens bewusst. Und diese Attitude sollte man auch merken (Achtung: Nicht übermütig werden – das wirkt nicht gerade sympathisch). Besondere Gelegenheit bietet sich dabei vor allem bei Vorträgen, Keynotes oder Präsentationen.

10. Gute Erreichbarkeit

Du solltest nicht nur sichtbar, sondern auch gut erreichbar sein. Achte also darauf, dass deine Nummer und Email an den üblichen Stellen angegeben ist. Denn gerade wenn es Aktuelles zu deinem Fachgebiet gibt, solltest du als Experte natürlich auch für Interviewanfragen, Rückfragen oder ähnlichem bereitstehen.

11. Veranstaltungen, Messen und Seminare

Persönliche Präsenz wirkt vollkommen anders als reine Sichtbarkeit in der Onlinewelt. Daher besuche Veranstaltungen. Hier hast du die Möglichkeit zu Netzwerken und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

12. Netzwerk-Pflege

Einmal gemachte Kontakte sind wertvoll, sollten aber kontinuierlich gepflegt werden. Sorge also dafür, dass der Kontakt nicht gleich wieder einschläft. Verbinde dich nach dem Treffen mit deinem neuen Kontakt via LinkedIn oder Xing. Aber vergiss nicht, gelegentlich einen persönlichen Kommentar zu schreiben, ein Telefonat zu führen oder sich auf einen Kaffee zu verabreden.

Mit diesen 12 Tipps kannst du deinen Imageaufbau als Personal Brand aktiv in die Hand nehmen.

Hast du bereits Erfahrungen mit diesem Thema? Hast du Anregungen, Tipps oder eine andere Meinung? Dann lass uns gerne daran teilhaben und schreib einen Kommentar unter diesem Artikel.

 

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